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„Moderate Preisanpassung“ bei Öffi-Tickets – Eine Farce

„In den Tarifverhandlungen der Verkehrsunternehmen im Salzburger Verkehrsverbund konnte man sich auf eine moderate Preisanpassung der Tickets für die öffentlichen Verkehrsmittel von durchschnittlich 2,4 Prozent einigen.“[1] Diese Meldung kursierte die letzten Tage durch Salzburgs Medien.

Ab Juli werden Salzburgs Öffis also teuer – NOCH teurer. Schon bisher ist der öffentliche Personennahverkehr in Salzburg nicht besonders attraktiv. Die Gründe dafür sind naheliegend: preislich sind die Öffis viel zu hoch, die Taktungen werden oft nicht eingehalten, die Verfügbarkeit am Wochenende ist ebenfalls ausbaubar. Der Verkehrsverbund meldet zwar hohe Steigerungsraten beim Verkauf von Jahreskarten – beachtet man diese jedoch in ganzen Zahlen, muss man gestehen, dass der Anteil der Salzburger_innen, der regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, immer noch sehr gering ist. 3.700 Salzburg City Tickets wurden 2014 verkauft – bei  knapp 150.000 Personen mit Hauptwohnsitz in der Stadt sind das gerade einmal 2,5% der Bevölkerung. Wahrscheinlich sogar noch etwas weniger, weil ja auch Bürger_innen anliegender Gemeinden Tickets erwerben. Vergleicht man das zum Beispiel mit Wien, steht Salzburg ziemlich hinten an: 2012 wurden 140.000 Jahrestickets verkauft – bei 1,76 Mio. Wiener_innen sind das knapp 8%. Tendenz steigend.[2]

 

Erst vor einem Jahr wurde in der Stadt Salzburg die 366-Euro-Karte eingeführt. Böse Zungen behaupteten schon damals, es handle sich nur um einen Wahlkampfgag. Sie sollten leider recht behalten. Jetzt, nur ein Jahr später, wird das Ticket bereits um 2,5% teurer. Eine Farce.

 

Das Salzburg Land Ticket liegt bei einem Preis von € 1.533,- ebenfalls sehr hoch. Die Vergünstigung um 11€ ist hier nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

 

Also, bitte liebe Entscheidungsträger_innen, überdenkt nochmal, wie ihr eure „moderate Preisanpassung“ rechtfertigen möchtet. Personalkosten und Inflation sind hier etwas dürftige Gründe. Es ist längst an der Zeit für eine Verschlankung der Verwaltung innerhalb der Verkehrsbetriebe und eine Entpolitisierung in der Sache. Hier liegt viel Einsparungspotenzial. Auch Hirngespenste wie eine U-Bahn sollen kein Geld verschlingen.

 

[1] http://www.svv-info.at/de/aktuelles/news/tarifanpassung-2015/

[2] https://www.wien.gv.at/rk/msg/2014/11/18010.html, http://www.statistik.at/web_de/presse/070030

 

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