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Aufstand der Jungen – Wie uns die Boomer um die Zukunft bringen

Das Bild ist für viele ein bekanntes. Du wachst auf, spürst ein stumpfes Klopfen im Kopf und versuchst, die dunklen Erinnerungen an die Übermaße des vorigen Abends hervorzurufen. Du stotterst ins Wohnzimmer und brauchst ein paar Sekunden, um den beträchtlichen Umfang des Drecks wahrzunehmen. Tief einatmend fängst du an, die Überreste aufzuräumen, bevor die Eltern heimkommen und du dich dafür verantworten musst, was du in deiner Trunkenheit getan hast. Die Party ist vorbei.

 

Dieses Bild zeichnet Lukas Sustala, um die heutige Politik zu beschreiben. Ein sehr passendes, wie wir meinen. Die machthabenden Baby-Boomer feierten die letzten Jahrzehnte durch und nun muss aufgewischt werden. Wer feiern kann, kann doch nun mal auch aufräumen. Die Heimkehr der jungen Generation müsste gefürchtet werden, wird sie aber nicht. Stattdessen wird die Musik lauter gedreht und das Morgen ignoriert. Ganz nach dem Motto: hinter mir die Sintflut.

 

Dabei fordern wir nicht, dass die Politik für uns eine Feier schmeißt. Wir würden gerne eigenständig unseren Weg auf der Welt einschlagen. Tatsächlich ist es aber so, dass die junge Generation durch die politischen Handlungen systematisch benachteiligt wird.

 

Pensionszuckerl werden an die Alten verteilt, während die Jungen keine Pension sehen werden. Der Leitzins bleibt weiter im Keller und unsere Eltern freuen sich über eine enorme Wertsteigerung ihres Eigentums. Die junge Generation kann vom Eigentum nur träumen. Billige Altmietverträge existieren weiterhin ohne Probleme, während die Jungen sich glücklich schätzen, wenn sie ein 10 m² großes WG-Zimmer um 500 € pro Monat bekommen. Und das alles müssen wir, wie zuletzt im Standard berichtet, mit einem geringeren Einkommen als unsere Eltern stemmen.

 

Die Boomer haben noch Restalkohol im Blut und die Politik stellt ihnen Reparaturseidln ein. Und das auf unsere Kosten, denn wie alle Süchtige nehmen sie einfach neue Schulden auf, die wir dann zurückzahlen müssen. Wie lang dauert das wohl noch?

 

Als Kanzler Kurz angelobt wurde, wurde ein großer Generationenwechsel verkündet. Doch auch die “neue” Politik schaut nicht auf die Millennials. Egal welcher Generation Kurz angehört, sein politisches Herz schlägt für die Boomer. Es ist ja mehr als verständlich, dass die regierenden Parteien auf allen Ebenen Politik für die Personengruppe machen, die am größten ist. Reinste Klientelpolitik als Mittel zum Machterhalt. Bis die Gäste die Party nicht verlassen haben und ausgenüchtert sind, wird sich also eher nichts ändern. Wenn dann die Location noch steht.

 

Und genau deswegen dürfen wir nicht einfach warten. Zum Ausnüchtern können wir als junge Generation jedenfalls etwas beitragen. Wir dürfen nicht dabei zusehen, wie man uns um unsere Zukunft bringt. Wir müssen aufstehen, wenn unsere neuen Wege wegreguliert und unsere Chancen wegsubventioniert werden. Wir müssen es besser machen als unsere Eltern. Wir müssen weiter denken als die herrschende Politik. Wir müssen für eine Freiheit kämpfen, die bereits an die nächsten Millennials denkt. Wir können auch während des Aufräumens feiern.

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